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Marcel Dettmann Dettmann II

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Marcel Dettmann Dettmann II
Marcel Dettmann Dettmann II
Marcel Dettmann

Dettmann II
  • Format: D-2LP    
  • Label: OSTGUT TON
  • VÖ: 13.09.2013    
  • Artikel-Nr. OSTGUTLP14
  • Barcode: 0880319631634
Als einer der verlässlichsten Protagonisten im Techno Genre und wahrscheinlich Berghains bekanntestes Gesicht, hat Marcel Dettmann schon einmal die schwierige Aufgabe gemeistert, seinen kondensierten Entwurf von Techno ins Album Format zu übersetzen. Sein Debütalbum Dettmann von 2010, setzte sich aus 12 kompromisslosen Stein- und Stahlskulpturen zusammen, die ebenso auf die Köpfhörer zu Hause als auch auf die Tanzfläche zielten. Mit dem Album bewies er, dass ihm detailgenaues Sounddesign ebenso leicht von der Hand geht, wie im Club sein Publikum zu begeistern. Seitdem gab es eine weitere Mix-CD und eine Reihe von EPs zu hören, in denen er sich von den harten Texturen der LP freimachte und auch weichere und eingängigere Ambient Töne anschlug.

Nun folgt Dettmann II. Beim Nachfolger zum ersten Album kehrt Dettmann zur These des Vorgängers zurück, aber diesmal scheint alles etwas entspannter zu sein. Dettmann bringt seine experimentelle Perspektive ein und wendet sie so an, dass eine lebendiges, ganz selbstverständliches
Techno Album entsteht, wie wir es nur selten finden.

Mit „Throb“ und „Ductil“ beginnt er das Album auf den ersten Blick in gewohnter Charakterstärke, aber diesmal erkennt man bei genauem Hinhören eine gewisse Leichtigkeit, als ob die Tracks aus Aluminium statt Stahl konstruiert sind. Die Leitgedanken der Tracks sind hier breiter gefächert als gewohnt. Vom blechernen Metallgetöse in „Lightworks“ bis zu Andeutungen von House im Chorus von „Soar“, welches so majestätisch wirkt, wie der Titel suggeriert. Dettmann arbeitet auch erstklassiges Ambient Material mit ein, wie das psychedelisch angehauchte „Shiver“, oder das ominös klingende „Outback“, bei dem Levon Vincent seine Hand mit im Spiel hatte.

Ein weiterer Höhepunkt auf Dettmann II ist die seltene Zusammenarbeit mit der seelenverwandten Emika. Mit geisterhaftem Odem verleiht ihr Gesang auf „Seduction“ dem Stück eine atemberaubende Kühle, die seltsam bestehen bleibt, auch wenn sich ihre Stimme mehr und mehr ins Gewebe des Tracks einfügt. Was mit „Radar“ und „Corridor“ folgt ist nichts weniger als Dettmanns endgültig überschäumende Stellungnahme zum Thema Club-
Wahnsinn. Es sind seine wahrscheinlich bisher unnachgiebigsten Tracks, die aber auch alle Feinheiten seiner bisherigen Arbeiten in einem dornigen Knall neu verpacken.

Auf grandiose Weise beendet „Aim“ das Album und deutet auf eine neue, erfrischende und melodiösere Richtung Dettmanns hin. Co-produziert von René Pawlowitz bleibt der Track doch fest in Dettmanns Soundwelt verankert. Als erstes Stück für dieses Album fertiggestellt und inspirierend für die Aufnahmen insgesamt, weist es auch auf neue Wege, die sich aber von Dettmanns bekanntem Stil nicht unbedingt trennen lassen. Musik, die sich behutsam auf neue Horizonte zubewegt, aber nie aus dem Auge verliert, was Marcel Dettmann bisher so besonders auszeichnete.

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